Faisal Bin Abdulaziz Al Saud


Persönlichkeiten
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28/12/2020

Faisal Bin Abdulaziz Al Saud

Name
König Faisal Bin Abdulaziz Al Saud
Position
Dritter König des Königreichs Saudi-Arabien
Geburtsjahr
1906
Geburtsort
Hauptstadt Riad Mutter
Rangfolge unter den Söhnen des Gründerkönigs
Dritter Sohn

König Faisal Bin Abdulaziz

König Faisal Bin Abdulaziz Al Saud (1906–1975), dritter Sohn vom König Abdulaziz, war der dritte König des Königreichs Saudi-Arabien. Er bestieg den Thron 1964 und folgte damit auf seinen Bruder König Saud Bin Abdulaziz. Er blieb 11 Jahre lang König, bis er 1975 bei einem Attentat ums Leben kam. König Faisal war für seine Haltungen bekannt: Er setzte sich für den Schutz arabischer Anliegen und die Einheit der arabischen Welt ein und war Verfechter der islamischen Solidarität. Nach ihm kam König Khalid Bin Abdulaziz an die Macht.

Vollständiger Name: Faisal Bin Abdulaziz Bin Abdulrahman Bin Faisal Bin Turki Bin Abdullah Bin Mohammed Bin Saud Bin Mohammed Bin Muqrin Bin Mirkhan Bin Ibrahim Bin Musa Bin Rabia Bin Mani' Al-Muraydi.

König Faisal wurde im April 1906 in der Stadt Riad geboren. In dieser Zeit fiel auch der Sieg seines Vaters über seinen Widersacher Bin Rashid in der Schlacht von Rawdat Muhanna. Er wurde nach seinem Großvater Imam Faisal Bin Turki, dem zweiten Imam des zweiten saudischen Staates, benannt. Seine Mutter war Tarfa Bint Abdullah Bin Abdullatif Al ash-Sheikh. Sie starb nur fünf Monate nach seiner Geburt. Danach wurde er im Haus seines Großvaters Sheikh Abdullah Bin Abdullatif von seiner Großmutter mütterlicherseits, Haya al-Muqbel, aufgezogen.

Aufwuchs und Ausbildung vom König Faisal

König Faisal lernte schon in früher Kindheit, den Koran zu lesen, und hatte ihn im Alter von neun Jahren vollständig gelesen. Zudem lernte er in der traditionellen Kuttab, dem traditionellen Schulsystem, das in dieser Zeit auf der Arabischen Halbinsel verbreitet war, Lesen und Schreiben. Religionsunterricht erhielt er von seinem Großvater Abdullah. Zudem vermittelte ihm sein Vater, der Gründer, neben guten Manieren auch das Reiten, das Schießen und die Politik. König Faisal war seit seiner Kindheit bekannt für seinen Mut und seine Weisheit.

Seine frühe Kindheit verbrachte er im Haus seines Großvaters mütterlicherseits. Dort lebte er bis zu seiner ersten Reise nach Europa im Jahr 1919. Nach seiner Rückkehr wuchs er in der Familie seines Vaters auf, wo er von der Prinzessin Hussa As-Sudairi, Ehefrau vom König Abdulaziz und Mutter seiner Brüder König Fahd und König Salman, Diener der beiden heiligen Stätten, fürsorglich betreut wurde. Mit der Rückkehr in die Obhut seines Vaters sammelte er praktische Erfahrungen in den Bereichen Politik und Militärwesen und erlernte die Kunst des richtigen Umgangs mit Männern in Friedens- wie in Kriegszeiten. Zudem lernte er von seinem Vater Selbstdisziplin, Geduld und Zurückhaltung.

Persönlichkeitseigenschaften vom König Faisal

Die frühe soziale Erziehung von König Faisal hatte erheblichen Einfluss auf seine Sprachfertigkeit. Er zeichnete sich durch seine besondere Beherrschung der arabischen Sprache aus. Er hatte die Fähigkeit, genau zu formulieren, was er beabsichtigte, und Themen zu vermeiden, die er nicht ansprechen wollte. Den Quellen zufolge wird er als zurückhaltende, nachdenkliche und schweigsame Persönlichkeit beschrieben - jemand, der viel zuhört, wenig spricht, seine Worte sorgfältig wählt, dazu neigt, sich kurz zu fassen, und sich oft nach den kleinsten Details zu jedem Thema erkundigt, das ihm vorgelegt wird. Aufgrund seiner angeborenen Fähigkeit zur schnellen Anpassung war König Faisal das Familienmitglied, das sich im Bereich der diplomatischen Beziehungen des Königreichs mit den Ausländern befasste. Er zeichnete sich durch eine rasche Anpassungsfähigkeit aus, ungeachtet der jeweiligen Rahmenbedingungen. Er zeigte in der Öffentlichkeit für gewöhnlich keine Emotionen, was jegliche Deutung seiner inneren Gedanken- und Gefühlswelt erschwerte.

Zu seinen Charakterzügen gehörte die Demut – so ließ er sich von niemanden, auch nicht von seinen Kindern, die Hand küssen. Das galt für alle Personen, ungeachtet ihrer Beziehung zu Faisal oder ihres Status. Darüber hinaus war er bekannt für seine Bescheidenheit, Loyalität, Großzügigkeit, Würde, Selbstachtung, Toleranz, Ehrlichkeit, Ordnung sowie die Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen. Er zeichnete sich durch Eigenschaften wie Geduld, Umsicht und Weitblick aus. Er war überaus bewandert im Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ihm nahestehenden Personen zufolge traf er keine übereilten Entscheidungen und verzichtete auf jede Extravaganz. Er bemühte sich um Fairness und Harmonie selbst denjenigen gegenüber, mit denen er uneins war.

Die Rolle vom König Faisal Bin Abdulaziz bei der Vereinigung des Königreichs

Militärischer Beitrag

König Faisal hat von seiner ersten Mitwirkung in seiner Kindheit bis zu seinem Tod, fast 58 Jahre, an militärischen und politischen Tätigkeiten teilgenommen. Dies umfasste drei Zeitabschnitte: die Regentschaft seines Vaters König Abdulaziz, die Regentschaft seines Bruders König Saud und seine eigene Regentschaft, in der er vielfältige Erfahrungen sammeln konnte. Sein militärisches Engagement begann bereits in seiner Kindheit während der Regentschaft seines Vaters. 1918, im Alter von nur 12 Jahren, begleitete er seinen Vater bei der Schlacht von Yatib südöstlich der Stadt Ha'il. 1920 nahm er mit seinem Bruder, Prinz Saud, an der Schlacht von Haiba in Ha'il teil.

1922 führte er einen Militäreinsatz nach Asir, um den dortigen Unruhen zu begegnen – es war das erste Mal, dass er eine Brigade befehligte. Seine Kampagne hatte Erfolg: Er marschierte in Abha, Verwaltungshauptstadt der Provinz Asir, ein, stellte sie unter saudische Herrschaft und kehrte anschließend nach Riad zurück. 1925 war er mit den Truppen seines Vaters an der Belagerung der Stadt Dschidda beteiligt. Die Belagerung endete mit der Kapitulation der Stadt, dem Abzug von Sharif Ali und dem Einfallen von König Abd al-Aziz in Dschidda im selben Jahr. 1934 übernahm er das Kommando über einen Teil der saudischen Truppen auf dem Weg von Hedschas nach Jemen. Dieser Einsatz war ein militärischer und politischer Erfolg, der in der Unterzeichnung des Abkommens von Taif im Jahr 1934 gipfelte. Dieses Abkommen beendete alle Grenzkonflikte zwischen dem Königreich und Jemen.

Diplomatische Beteiligung und Aufgaben

Auf politischer Ebene führte König Faisal verschiedene Delegationen an, die das Königreich bei offiziellen Anlässen und Besuchen vertraten. Seine erste Mission hatte er im Alter von 13 Jahren. Zu den wichtigsten Mitwirkungen zählen die folgenden:

1919: Offizieller Besuch im Vereinigten Königreich im Namen seines Vaters auf Einladung vom König Georg V. zur Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich des Sieges im Ersten Weltkrieg. Anschließender Besuch in Frankreich auf eine ähnliche Einladung hin, gefolgt von Belgien. Die Reise, durch die er zum ersten Mitglied der Familie Al Saud wurde, das Westeuropa besuchte, dauerte etwa sechs Monate. Die Reise war zugleich Beginn seines weitreichenden Wirkens im Bereich der auswärtigen Angelegenheiten.

1924: Er gab in Riad im Namen des Königreichs die erste offizielle politische Erklärung mit dem Titel „For Truth and History“ heraus, als Reaktion auf einen Artikel, den Sharif Hussein und seine Unterstützer gegen seinen Vater veröffentlicht hatten. Zwei Monate später ließ er eine weitere Erklärung folgen, mit der er zum ersten offiziellen Sprecher des Königreichs wurde. Im selben Jahr unterzeichnete König Faisal im Namen seines Vaters die Abschlusserklärung der Konferenz in Riad zur Beratung über Sharif Hussein, der die Menschen von Nadschd im fünften Jahr hintereinander davon abhielt, den Hadsch zu vollziehen. Die Erklärung war eine offizielle Kriegserklärung gegen Sharif Hussein.

1926: Er führte eine diplomatische Delegation nach Europa, um die politischen Beziehungen zu Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden zu verbessern. Die Reise dauerte rund zwei Monate. Etwa fünf Monate nach seiner Rückkehr vertrat er seinen Vater in den Verhandlungen mit Sir Gilbert Clayton, die mit der Unterzeichnung des Abkommens von Dschidda, in dem Großbritannien die vollständige Unabhängigkeit der Herrschaft von König Abd al-Aziz anerkannte, endeten.

1932: König Faisal begann seine dritte Reise nach Europa, die zugleich seinen ersten Besuch als saudischer Außenminister bedeutete. Auf dieser Reise besuchte er Italien, die Schweiz, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Deutschland, Polen und die Sowjetunion. Nach seiner Rückkehr besuchte er im Rahmen einer dreimonatigen Reise die Türkei, Iran und Irak.

1932: Im Namen seines Vaters unterzeichnete er das Dekret, mit dem die Vereinigung von Hedschas und Nadschd zum Staat „Königreich Saudi-Arabien“ verkündet wurde.

1933: Er saß dem Rat der Agenten und Schura vor, um den Treuschwur für seinen Bruder König Saud entgegenzunehmen, nachdem ein entsprechender königlicher Erlass verabschiedet worden war. Zudem nahm er im Regierungssitz in Hedschas den Treueschwur der Öffentlichkeit gegenüber seinem Bruder Saud entgegen. Später führte er eine Delegation an, die nach Riad reiste und der Zeremonie zur Verkündung des Treueids beiwohnte.

1939: Er führte die Delegation des Königreichs bei der Konferenz der Vertreter der unabhängigen arabischen Regierungen an. Diese Konferenz in Kairo befasste sich in Vorbereitung auf die Londoner St.-James-Konferenz mit der Palästinafrage. Im Rahmen dieses Ereignisses traf er sich mit König Faruq. Anschließend führte er die Delegation des Königreichs zur Londoner St.-James-Konferenz, der Round-Table-Konferenz, die zur Erörterung der Palästinafrage einberufen wurde.

1943: In seinem Amt als Außenminister unterzeichnete König Faisal mit dem Staat Kuwait Verträge über Freundschaft, gute Nachbarschaft, Sicherheit und Wirtschaft. Darüber hinaus vertrat er, in Begleitung seines Bruders Prinz Khalid, seinen Vater bei einem Besuch in die Vereinigten Staaten anlässlich einer Einladung vom Präsidenten Franklin Roosevelt. Dies war ihr erster Besuch in den Vereinigten Staaten. Nach ihrer Rückkehr besuchten sie auf Einladung vom König Georg VI. Großbritannien, wo sie den König sowie Premierminister Winston Churchill trafen. Dann besuchte er Algerien und traf Präsident Charles de Gaulle, das damalige Oberhaupt von France libre, in seinem Hauptquartier in Algerien. Dies erfolgte auf eine offizielle Einladung zum Besuch im Namen Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs. Anschließend besuchte er Tunesien und später Kairo, wo er zehn Tage verweilte, ehe er nach Riad zurückkehrte. Die Reise dauerte rund drei Monate.

1945: Er wohnte dem Radhwa-Treffen zwischen seinem Vater und König Faruq, der zu Besuch im Königreich war, bei. Im selben Jahr führte er die Delegation des Königreichs als Vorsitzender zur Konferenz von San Francisco, wo er im Namen des Königreichs die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnete, auf deren Grundlage das Königreich Teil der internationalen Organisation wurde. Danach beauftragte sein Vater ihn und seinen Bruder Prinz Mansour, den damaligen Verteidigungsminister, nach Syrien zu reisen und den Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag des Rückzugs der Franzosen beizuwohnen. Im Rahmen dieses Besuchs traf er Präsident Schukri al-Quwatli. Danach besuchte er Beirut und traf sich mit Präsident Béchara El-Khoury. Etwa fünf Monate später führte er auf Einladung der Arabischen Liga die Delegation des Königreichs als Vorsitzender zur Alexandria-Konferenz, bei der in Vorbereitung auf die britischen Verhandlungen in dieser Angelegenheit die Palästinafrage erörtert werden sollte. Anschließend nahm er mit der Delegation des Königreichs als Vorsitzender an der Londoner Konferenz zum Thema Palästina teil und folgte damit einer Einladung der britischen Regierung.

1946: Nach seiner Teilnahme an der ersten Sitzung der Vereinten Nationen in London besuchte er die Vereinigten Staaten. Im Rahmen dieses Besuchs traf er Präsident Truman und sprach mit ihm über die bilateralen Beziehungen beider Länder sowie über die Palästinafrage. Zudem besuchte er auf offizielle Einladung vom König Abdullah hin Jordanien, um die Palästinafrage zu erörtern. Bei den Tagungen im Rahmen der zweiten regelmäßigen Sitzung der Vereinten Nationen in New York, bei der die Palästinafrage und der Teilungsplan im Mittelpunkt standen, führte er die Delegation des Königreichs an. Dabei lehnte er den Plan im Namen der arabischen Delegationen entschieden ab und warnte, dass dieser den Beginn von Unruhen im Nahen Osten darstellen würde. Diese Reise dauerte rund vier Monate.

1947: Nach der Genehmigung des Teilungsplans führte er die Delegation des Königreichs als Vorsitzender zu den Tagungen der Vereinten Nationen in New York. Er erklärte, dass er die Entscheidung ablehnte und das Königreich dieser nicht folgen werde. Zudem führte er die Delegation des Königreichs zur Konferenz der Staatsoberhäupter und Regierungsvertreter der Arabischen Liga in Kairo, um die Haltung der arabischen Staaten im Anschluss an den Teilungsbeschluss zu erörtern.

1948: Er hatte ein Treffen mit dem König Abdullah von Jordanien, der dem Königreich auf Einladung vom König Abdukaziz einen offiziellen Besuch abstattete. Er führte die Delegation des Königreichs bei den Sitzungen der Vereinten Nationen in Paris an, wo er als Vorsitzender der arabischen Gruppe fungierte.

1951: Im Namen des Königreichs unterzeichnete er den Gemeinschaftsverteidigungsvertrag unter den Ländern der Arabischen Liga.

1953: Am 7. Februar traf er den libanesischen Präsidenten Camille Chamoun, der auf Einladung von König Abd al-Aziz zu einem offiziellen Besuch ins Königreich kam. Später reiste er in die USA und traf dort am 2. März Präsident Eisenhower im Weißen Haus. In Anwesenheit von US-Außenminister Dulles sprachen die beiden Parteien privat über die Situation im Nahen Osten. Am 3. September begrüßte er den ägyptischen Präsidenten Mohammed Naguib am Flughafen Ta'if, der das Königreich wegen der Pilgerfahrtsasion besuchte.

Offizielle Ämter vor seiner Regentschaft

Außenministerium

König Faisal Bin Abdulaziz war der erste Außenminister und mit einer Amtszeit von 45 Jahren (1930–1975) zudem der am längsten amtierende. Als König Abdulaziz die Direktion für auswärtige Angelegenheiten per königlichem Dekret in das Außenministerium umwandelte, ernannte er den zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alten König Faisal zum Außenminister. In diesem Amt bliebt König Faisal bis zu seinem Tod. Seit seiner Ernennung zum Außenminister und während der Herrschaft seines Vaters führte er mehrere Auslandsmissionen und -reisen durch, um die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Königreich und anderen Ländern zu stärken, angefangen bei Europa, den Vereinigten Staaten und den arabischen und islamischen Ländern über einen Zeitraum von etwa 23 Jahren. In internationalen Kreisen sowie bei arabischen und globalen Foren erarbeitete sich das Königreich ein hohes Ansehen. 1945 war es Gründungsmitglied der Vereinten Nationen sowie aktives Mitglied in der Liga der Arabischen Staaten. Er verteidigte die Anliegen und Interessen der arabischen und islamischen Länder, was ihm bei internationalen Foren Respekt und Anerkennung einbrachte. Arabische Delegationen wählten ihn zu ihrem offiziellen Sprecher. 1947 bei der Konferenz der Vereinten Nationen kamen die arabischen Delegationen darin überein, König Faisal zu ihrem offiziellen Sprecher zu machen. Das verschaffte ihm die Möglichkeiten, Persönlichkeiten kennenzulernen, die an regionalen und globalen diplomatischen Angelegenheiten arbeiteten. Darüber hinaus erhielt er hohe Orden von den Königen und Präsidenten verschiedener Länder.

Allgemeiner Stellvertreter seiner Majestät des Königs

Am 13.01.1926 wurde er zum Stellvertreter des Königs in Hedschas ernannt und fungierte nunmehr unter dem Titel „Allgemeiner Stellvertreter seiner Majestät des Königs“ als Leiter seiner offiziellen Abteilungen. Damit wurde er zum ersten Stellvertreter des Königs in Hedschas des modernen saudischen Staates. König Faisal war zuständig für die Pilgerschaft, die Versorgung und Gesundheitsfürsorge für Pilger sowie den Empfang von offiziellen Pilgerfahrtdelegationen und Regierungsvertretern. Am 29.08.1926 übernahm er neben seinem Amt als Stellvertreter des Königs auch den Vorsitz im Schura-Rat.

Vorsitz des Agentenrats

Nach Verabschiedung des Gesetzes zum Agentenrat wurde König Faisal am 14.01.1932 Vorsitzender des Agentenrats. König Faisal wurde zum Vorsitzenden des Rates ernannt und leitete die folgenden Abteilungen: Königshof, Auswärtige Angelegenheiten, Finanzen, Militär, Schura-Rat, Innere Angelegenheiten, Vorsitz im Justizwesen; Prinzen der angeschlossenen Regionen.

Kronprinz und Vorsitz im Ministerrat

Als König Abdulaziz am 08.11.1953 starb, folgte ihm sein Sohn Prinz Saud Bin Abdulaziz auf den Thron und wurde neuer König des Königreichs. Prinz Faisal wurde zum Kronprinzen ernannt und übernahm den Vorsitz im Ministerrat. In seinem Amt als Premierminister und Vorsitzender des Schura-Rats schuf Prinz Faisal umfassende Beschäftigungsmöglichkeiten im ganzen Staat. Gleichzeitig behielt Prinz Faisal sein Amt als Außenminister.

In seiner Amtszeit legte König Faisal die Außenpolitik des Königreichs fest. Diese stellte die arabische Einheit und Solidarität in den Mittelpunkt und bezog Position gegen die Präsenz der Kolonialmächte in der Region. Er unterstützte arabische Bewegungen zur Befreiung vom Kolonialismus. Er war Vorsitzender der Delegation des Königreichs bei der Dringlichkeitssitzung der arabischen Staatsoberhäupter in Kairo, die am 22.01.1955 von Gamal Abdel Nasser im Sitz der Arabischen Liga zusammengerufen wurden, um über den Bagdadpakt und die Gegenpositionen zu sprechen. Zudem führte er die Delegation des Königreichs am 18.04.1955 bei der Bandung-Konferenz, auch asiatisch-afrikanische Konferenz, in Indonesien zur Erörterung der Palästinafrage an. Die Konferenz verpflichtete die Teilnehmer zur Blockfreiheit.

Am 27.10.1955 unterzeichnete König Faisal im Namen vom König Saud den Gemeinschaftsverteidigungsvertrag mit Ägypten, dem am 21.04.1956 auch Jemen beitrat. Dessen Ergebnis war u. a. die Gründung der gemeinsamen arabischen Führung, die bis zum Zusammenschluss von Ägypten und Syrien Bestand hatte. Am 20. April nahm er an einem Treffen zwischen König Saud, Gamal Abdel Nasser und Imam Ahmed teil. Bei diesem Treffen unterzeichneten die Parteien ein Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung, den Dschidda-Sicherheitspakt. Nach der dreiteiligen (britisch-französisch-israelischen) Aggression gegen Ägypten erklärte König Faisal als Premier- und Außenminister am 29. Oktober 1956 in einer offiziellen Erklärung die volle Unterstützung Ägyptens gegen die Aggressoren und verkündete die allgemeine Mobilisierung zur Umsetzung des gemeinsamen Verteidigungsabkommens. Das Königreich gab seinen Bürgern die Möglichkeit, sich freiwillig für die Verteidigung Ägyptens zu melden. Zudem stoppte es den Export von saudischem Öl nach Großbritannien und Frankreich und brach die diplomatischen Beziehungen zu diesen Ländern ab.

Festlegung der Innen- und Außenpolitik des Königreichs

Am 24.03.1958 trat König Saud nach königlichem Dekret alle seine Befügnisse an König Faisal ab, der seine neuen Aufgaben annahm. Im April 1959 übernahm Prinz Faisal zusätzlich zu seinen anderen Aufgaben das Innenministerium. Zudem kümmerte er sich in Abwesenheit seines Bruders König Saud, der im November 1961 zur medizinischen Behandlung ins Ausland reiste, um die staatlichen Angelegenheiten. Als König Saud von seiner medizinischen Behandlung zurückkehrte, wurde Prinz Faisal zum stellvertretenden Premierminister ernannt. Das Amt des Außenministers behielt er. Er eröffnete die Konferenz der Delegationen der islamischen Welt in Mekka, die nach der Pilgerfahrtsasion veranstaltet wurde. Er lud zu einer islamischen Konferenz in Mekka zur Erörterung von islamischen Angelegenheiten. Die Konferenz endete mit der Gründung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit mit Hauptsitz in Mekka.

Am 15.09.1962 reiste er für die Teilnahme an den regelmäßigen Sitzungen der Versammlung der Vereinten Nationen in die USA. Während des Besuchs nahm er auch an einem dort stattfindenden Treffen arabischer Außenminister teil und traf Präsident John F. Kennedy im Weißen Haus. Präsident Kennedy sah von seiner Persönlichkeit und seinen politischen Fähigkeiten beeindruckt. Mit seiner Rückkehr nach Riad übernahm König Faisal den Vorsitz des Ministerrats. Am 31.10.1962 bildete er eine neue Regierung, die für den Rest seines Lebens Bestand hatte und auch von seinem Nachfolger König Khalid übernommen wurde.

König Faisal arbeitete an innenpolitischen Reformen sowie dem Aufbau und der Entwicklung der saudischen Streitkräfte. Bei der ersten Sitzung seiner neuen Regierung am 06.11.1962 kündigte er eine historische Erklärung an. Diese bestand aus zehn Punkten, die zusammengenommen ein umfassendes Reformprogramm bildeten. In seiner Erklärung kündigte er die baldige Verabschiedung des Grundgesetzes für die Staatsführung, des Provinzgesetzes, des Justizgesetzes, die Einsetzung eines Ifta-Rates, die Reform des Ausschusses für die Förderung der Tugend und die Verhütung des Lasters sowie die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Standards an.

Im Juni 1963 erließ König Faisal ein königliches Dekret zur Gründung der saudischen Gesellschaft „Roter Halbmond“, um die Rettungsdienste zu überwachen und ihre humanitären Aufgaben zu erfüllen. Im September 1963 führte er die Delegation des Königreichs als Vorsitzender bei der regelmäßigen Sitzung der Vereinten Nationen an. Außerdem wurde im Oktober 1963 ein königliches Dekret über die Regulierung der Lokalverwaltung in den Provinzen erlassen. Im Gesetz über die Provinzen wurden die Aufgaben der Provinzgouverneure festgelegt, ihre Befugnisse beschrieben sowie das Auswahlverfahren für Räte auf lokaler Ebene dargelegt. Darüber hinaus verabschiedete der Ministerrat unter dem Vorsitz von König Faisal mehrere Verordnungen, darunter die Einführung des metrischen Systems für Maße und Gewichte sowie das Gesetz über Druckerzeugnisse zur Regulierung der Presse und zur Abschaffung der individuellen Privilegien von Zeitungen und Zeitschriften, die damit zu Presseorganen wurden. Der Rat beschloss die Gründung des Hohen Rats für Verwaltungsreformen unter dem Vorsitz des Premierministers. Die Mitglieder waren die Minister für Verteidigung, Erdöl, Verkehr und Medien.

Beim ersten arabischen Gipfel am 13.01.1964 in Kairo drängte König Faisal die arabischen Staatschefs, ihre Differenzen beizulegen und sich mit der Krise rund um den Jordan und seine Nebenflüsse zu befassen. Auslöser dafür war der Beginn eines israelischen Projekts zur Umleitung des Flusses Jordan. Am 24.02.1964 traf sich König Faisal mit den Guten Diensten des Arabischen Vermittlungsausschusses, um unter Einhaltung der beim ersten arabischen Gipfel festgelegten Resolutionen den Streit zwischen dem Königreich und Ägypten beizulegen. Das Treffen endete mit der Ankündigung der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Am 31. März 1964 wurde König Faisal in seiner Eigenschaft als stellvertretender König und Premierminister mit der Leitung aller inneren und äußeren Angelegenheiten des Staates, einschließlich des Oberkommandos der Streitkräfte, in Anwesenheit und Abwesenheit des Königs betraut.

Der zweite arabische Gipfel fand 1964 in Alexandria statt. Gegenstand waren die erforderlichen Exekutivmaßnahmen, um Israel entgegenzutreten. Als Vorsitzender dieses Gipfels kündigte König Faisal eine Spende des Königreichs in Höhe von 1 Mio. EGP für den Aufbau der Palästinensischen Befreiungsarmee an. Nach der Konferenz wurde am 14.09.1964 das Alexandria-Abkommen verkündet. In dieser Vereinbarung bekräftigten das Königreich und Ägypten die Beilegung der bestehenden Konflikte hinsichtlich des Jemen und verhinderten dadurch militärische Auseinandersetzungen. Am 05.10.1964 kehrte König Faisal für die Teilnahme an der Konferenz der Blockfreien Staaten nach Kairo zurück. Im Rahmen der Konferenz traf er sich mit Präsident Gamal Abdel Nasser, mit dem er die Zusammenarbeit bei der Beilegung aktueller Konflikte hinsichtlich des Jemen sowie die Vermittlung unter den betroffenen Parteien vereinbarte. Außerdem vereinbarten sie die Organisation einer Versöhnungskonferenz in Arkawit, Sudan. Diese Konferenz begann am 29.10.1964 unter Anwesenheit zweier jemenitischer Delegationen, einer königstreuen und einer republikanischen Delegation. Die Konferenz mündete in einer Waffenstillstandsvereinbarung.

Der Weg auf den Thron des Königreichs

Huldigung des Königs Faisal

Nach König Sauds Verzicht auf den Thron wurde König Faisal am 01.11.1964 als König vereidigt. In einer Erklärung an die Nation gab König Faisal seine innen- und außenpolitische Ausrichtung bekannt und drückte seine Entschlossenheit aus, den Reformkurs in allen Bereichen des Staates fortzusetzen. Nach dem Treueschwur erließ er ein königliches Dekret zur Änderung der Artikel 7 und 8 des Ministerratsgesetzes. Mit dieser Änderung wurde der König auch Premierminister, der den Vorsitz der Sitzungen innehat und vom stellvertretenden Premierminister vertreten wird. Zudem erfolgte die Ernennung und Absetzung sowie die Annahme von Rücktrittsgesuchen der Ratsmitglieder nach königlichem Dekret, und alle Mitglieder wurden für ihre Handlungen vor dem König zur Rechenschaft gezogen. Darüber hinaus wohnte König Faisal an öffentlichen Festlichkeiten in verschiedenen Städten des Königreichs zur Feier seiner Thronbesteigung bei und empfing ausländische Delegationen, die zu Besuch kamen, um ihm zu gratulieren.

Erste Beschlüsse nach der Thronbesteigung

Interne Reform der Staatsordnungen

König Faisal begann mit der Herausgabe der ersten Beschlüsse zur Organisation seiner Regierung. Am 30.03.1965 ernannte er seinen Bruder Prinz Khalid zum Kronprinzen. Außerdem eröffnete er am 09.02.1965 in der Stadt Dhahran die Fakultät für Erdöl und Mineralien, aus der später die Universität für Erdöl und Mineralien wurde. Ziel der Universität war es, technisches Fachwissen in den Bereichen Erdöl und Mineralien zu vermitteln. Sie war seinerzeit die erste Institution ihrer Art in der arabischen Welt. Nach ihrer Gründung führte sie petrochemische Industrien ein, die es zuvor nicht gegeben hatte. Darüber hinaus weihte König Faisal am 01.06.1965 die neue Taif Route ein, die die Stadt Ta'if mit Mekka verband und durch die als Al-Hada-Gebirge bekannte zerklüftete Bergregion führte.

Am 11.07.1965 erließ König Faisal ein königliches Dekret zur Genehmigung des politischen Systems des hohen Instituts für Justiz. Zwei Tage darauf erließ er ein weiteres königliches Dekret zur Gründung eines hochrangigen ministeriellen Ausschusses, dem die Minister für innere Angelegenheiten, Finanzen, Arbeit und Soziales angehörten. Dieser Ausschuss wurde damit beauftragt, Studien und Forschungsarbeiten zu den Beduinen-Gemeinschaften durchzuführen, Empfehlungen für deren Entwicklung vorzulegen und den Lebensstandard in den entsprechenden Bereichen zu verbessern. 1965 erließ König Faisal ein königliches Dekret, das den Tag, an dem die Vereinigung des Königreichs verkündet wurde, zum Nationalfeiertag für das Land erklärte. Dieser Tag fällt auf den 23. September.

In den Jahren der Regentschaft vom König Faisal fallen zahlreiche Erfolge, mit denen das Ziel verfolgt wurde, das Leben der saudischen Bürger zu verbessern. Von Beginn seiner Regentschaft an prüfte er das Verfügen und Planen von administrativen Reformen, wobei er den 1960 gegründeten Obersten Planungsrat durch die neue Zentrale Organisation für Planung ersetzte. Aus dieser Organisation entstand später ein Ministerium. Sie erstellte den ersten fünfjährigen Entwicklungsplan und verknüpfte diesen mit dem allgemeinen Entwicklungsplan. Seit 1970 sorgt der Staat mit einem Entwicklungsplan, der alle fünf Jahre überarbeitet wird, für eine einheitliche Ausrichtung von Strategie, Zielen, Programmen und Haushalt. Die erste Maßnahme in diesem Reformprozess beinhaltete die Einführung verschiedener Finanzreformgesetze, um der Wirtschaftskrise, in der sich der Staat befand, Herr zu werden. Dabei räumte König Faisal den Bereichen Bildung und Gesundheit Priorität ein, da er die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung in diesen Bereichen erkannte.

Bemühungen des Königs Faisal zur Entwicklung der staatlichen Sektoren

Bemühungen in den Bereichen Bildung und Gesundheit

König Faisal entwickelte den Bildungssektor und gründete die erste Höchste Organisation für Bildung, das Hohe Komitee für Bildungspolitik. Dieser sollte die Bildungspolitik für das Königreich ausarbeiten. 1964 lagen die Bildungsausgaben bei 13 % des Staatshaushalts. Die Zahl der Schulen für Jungen stieg auf allen Bildungsstufen, ebenso wie die Schulen für Mädchen – dabei stieg sowohl die Zahl der Schulen als auch die Zahl der angemeldeten Schüler. Die Bildung für Mädchen begann unter der Herrschaft seines Bruders, König Saud. König Faisal befürwortete den Beschluss, Mädchen zu unterrichten, sowie dessen Umsetzung. Zudem zeigte er Interesse an der technischen und industriellen Ausbildung und entsandte Missionen ins Ausland. Er legte Wert darauf, den Analphabetismus in allen Gesellschaftsschichten zu beseitigen. 1972 erließ er in diesem Zusammenhang ein Dekret. Es wurde ein umfassender Plan erarbeitet, um den Analphabetismus innerhalb von maximal 20 Jahren zu beseitigen. Darüber hinaus gründete er mobile Schulen für die nomadische Bevölkerung.

König Faisal war darauf bedacht, das Budget der Islamischen Universität Medina zu erhöhen. 1971 wurde die private König-Abdulaziz-Universität in Dschidda in eine staatliche Universität umgewandelt. 1974 wurde auf Beschluss des Ministerrats die Gründung der König-Faisal-Universität in Al-Ahsa genehmigt. Zudem weitete König Faisaldie Hochschulstipendien für Schüler im Ausland aus und erhöhte die Zahl der externen Stipendien.

Unter der Herrschaft des Königs Faisal stieg auch das Budget für das Gesundheitswesen. Die Regierung stellte dabei die Gesundheitsfürsorge in den Mittelpunkt, richtete Gesundheitsämter und Quarantänestationen ein und dehnte den Bau von neuen Krankenhäusern, darunter insbesondere die König-Faisal-Spezialklinik in Riad, aus. Außerdem wurden in zahlreichen Regionen Kliniken und mobile Einheiten eingerichtet, die nationale Fachkräfte und Gesundheitsschulen bereitstellten. Die Regierung stellte den Bürgern und Bewohnern kostenlose medizinische Versorgung zur Verfügung.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes

König Faisal war daran interessiert, die nationale Wirtschaft zu stärken sowie das Monopol der Arabisch-amerikanischen Ölgesellschaft (ARAMCO) im Ölbereich allmählich zu brechen. Dies führte dazu, dass die als Petromin bekannte Allgemeine Behörde für Erdöl and Mineralien staatliche Projekte in den Bereichen Mineralien- und Erdölressourcen durchführte. Zwischen 1964 und 1968 erwarb Petromin ein Netzwerk für die Vermarktung von Erdölprodukten von ARAMCO. 1965 wurde die Saudi-Arabien Fertilizergesellschaft  (SAFCO) gegründet und erhielt die Rechte zur Exploration vom Öl in der zentralen Region des Königreichs. Darauf folgte die Gründung von insgesamt 66 industriellen Einrichtungen bis zum Jahr 1967.

1972 brachte König Faisal Aramco erfolgreich dazu, dem Grundsatz einer 25-prozentigen Beteiligung am Unternehmen zugunsten der saudischen Regierung zuzustimmen. Eine entsprechende Vereinbarung darüber wurde am 20.12.1972 unterzeichnet. Im Rahmen dieser Vereinbarung gelangte die saudische Seite bis Ende Januar 1982 in den Besitz von 51 % der Anteile. 1974 belegte das Königreich den weltweit 1. Platz im Bereich der Ölexporte sowie den 3. Platz im Bereich der Produktion. König Faisal ordnete die Suche nach weiteren Rohstoffen an, darunter Mineralexplorationen. Dabei wurden Vorkommen unterschiedlicher Art entdeckt. König Faisal förderte zudem die Landwirtschaft und unterstützte die Agricultural Bank. Während seiner Regentschaft wurden zahlreiche Projekte angestoßen, darunter der Bau von Staudämmen sowie Bewässerungs- und Entwässerungsprojekte. Darüber hinaus wurden der Immobilienentwicklungsfonds, der saudische Fonds für industrielle Entwicklung und der Investment Fund eingerichtet.

König Faisals Regentschaft war geprägt von bedeutenden Fortschritten auf sozialer Ebene. Er verabschiedete das Sozialversicherungsgesetz, das Monatslöhne für benachteiligte Teile der Gesellschaft, z. B. Rentner, Witwen, Waisenkinder sowie Erwerbsunfähige, sicherstellte. Die Urbanisierung weitete sich auf das ganze Land aus und sorgte für die Bereitstellung der für das Leben wesentlichen Dienstleistungen und notwendigen Einrichtungen, darunter Elektrizität, Trinkwasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Telekommunikation sowie Straßennetze. Zu den hervorzuhebenden Großprojekten gehören die Fertigstellung der Al-Hada-Straße (zwischen Mekka und Ta'if) im Jahr 1965 sowie der Strecke Dammam–Riad–Dschidda. Der letzte Abschnitt wurde am 01.03.1967 eingeweiht. Diese Straße gilt als eines der größten Landverkehrsprojekte aus dieser Zeit. Sie erstreckt sich von der Stadt Dammam an der Küste zum Arabische Golf im Osten bis zur Stadt Dschidda an der Küste zum Roten Meer im Westen und führt unterwegs durch die in der zentralen Region gelegene Hauptstadt Riad. Sie ist 1.537 km lang und verbindet zahlreiche an der Straße gelegene Dörfer und Städte.

Am 08.04.1966 legte König Faisal den Grundstein für die Eisen- und Stahlfabrik. Dieses Projekt steht für den Einstieg des Königreichs ins Zeitalter der modernen Industrialisierung. Zudem wurde am 28.09.1968 ein königliches Dekret erlassen, das ein System für die Verteilung von zurückgewonnenem Land an Bürger und private Einrichtungen für Entwicklungszwecke genehmigte. 1969 erließ er ein königliches Dekret, mit dem das Sozialversicherungsgesetz sowie Wege für dessen praktische Umsetzung beschlossen wurden.

Die soziale Entwicklung und die Dienstleistungen

Die Entwicklung der Streitkräfte

Unter König Faisals Herrschaft konnten die verschiedenen Bereiche der saudischen Streitkräfte – Heer, Luftwaffe, Marine – Fortschritte verzeichnen. In Chamis Muschait, Tabuk und Al-Chardsch wurden spezialisierte Militärstädte mit jeweils eigenen Spezialschulen gegründet. Delegationen des Militärs wurden in verschiedene Länder auf der ganzen Welt, im Osten wie im Westen, entsandt. Zudem wurde die Nationalgarde gegründet. König Faisal widmete sich zudem der Beseitigung des Analphabetismus in der Armee durch Mittel- und Oberschulen, die alle Wehrpflichtigen je nach ihrem Bildungsniveau besuchen mussten. Dadurch wurde der Militärdienst in dem Land zu einer Erweiterung des zivilen Lebens.

Entwicklung der saudischen Medien

Während der Herrschaft vom König Faisal begann die Entwicklung der saudischen Medien. Die Fernsehübertragung begann ein Jahr nach seiner Vereidigung als König. Später wurde die Fernsehübertragung auf Farbfernsehen umgestellt. Die Übertragung von Radio Riad begann 1964 und erreichte alle Teile der Welt. Gesendet wurde in mehreren Sprachen, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Persisch, Swahili, Urdu und Malaiisch. Unter seiner Herrschaft wurden auf der Grundlage des 1963 verabschiedeten Gesetzes über Presseeinrichtungen zudem sieben Presseorgane gegründet. Mit ihnen stieg die Zahl der täglich, wöchentlich oder monatlich erscheinenden Zeitungen auf 15. Während seiner Regentschaft wurde die Saudische Presseagentur gegründet. Mit dieser wurde eine Ära der raschen horizontalen Expansion im Bereich der Medienkanäle eingeläutet. Mit dieser Expansion gingen qualitative Verbesserungen in Sachen Inhalt und Präsentation einher, die durch gesetzliche Grundlagen und die Weiterentwicklung von leistungsstarken Medien unterstützt wurden. Am 10.04.1967 weihte der König in Dschidda das neue Gebäude des Medienministeriums ein.

Politische Ausrichtung vom König Faisal Bin Abdulaziz

Politik in der arabischen Welt und Golfregion

König Faisals Politik in der arabischen Welt und Golfregion zielte auf die Beilegung von Konflikten mit benachbarten arabischen Staaten in der Golfregion ab. In der Folge schloss das Königreich im März 1966 Demarkationsverträge mit Kuwait und Katar ab. Als Großbritannien im Januar 1968 seine Absicht ankündigte, sich 1971 aus dem Arabischen Golf zurückzuziehen, versuchte der Iran, seinen Einfluss auszuweiten. König Faisal vertrat jedoch eine unterstützende Haltung gegenüber den Golfstaaten, wie seine Zusicherung an Scheich Isa, den Emir von Bahrain, während des Empfangs in Riad am 15. Januar 1968 zeigt, dass das Königreich Bahrain gegen jeden Angriff zur Seite steht und es mit allen verfügbaren Mitteln unterstützt.

Irans Wunsch, die Beziehungen zum Königreich zu stärken, erforderte die Beilegung des Konflikts über die saudisch-iranische Seegrenze im zentralen Arabischen Golf. Am 29.06.1968 vereinbarten die beiden Parteien in Ta'if eine geografische Teilung der Region sowie die Aufteilung des Öls zu gleichen Teilen zwischen beiden Ländern. König Faisal akzeptierte dies, um im Gegenzug Irans Unterstützung für die Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sicherzustellen. König Faisal befasste sich mit dem größeren Problem: mit Irans Versuchen, die emiratischen Inseln zu annektieren, sowie dem Widerstand des Landes gegen die Gründung der VAE aufgrund der Streitigkeiten über die Inseln. König Faisals Ziel war es, die Haltung der Prinzen und Scheichs im Arabischen Golf zum Aufbau eines Zusammenschlusses untereinander zu unterstützen, indem er mit Kuwait vereinbarte, der Position der Golf-Emirate weitere Unterstützung zukommen zu lassen. Zudem suchte er weiter den Kontakt zu den Herrschern der Golf-Emirate, durch gegenseitige Besuche und den Austausch von Gesandten zwischen beiden, um offene Punkte zu klären und den Zusammenschluss noch vor dem Rückzug der Briten zu vollenden. Zudem gab er bekannt, dass die USA bei diesem Zusammenschluss zwischen den arabischen Emiraten helfen würden.

Ein weiteres Ziel vom König Faisal war die Bewältigung der Jemen-Krise, was im Rahmen der Kuwait-Konferenz nicht gelungen war. Die Konferenz in Ta'if im August 1965 war eine von mehreren Konferenzen, in deren Rahmen eine wirksame Lösung für die Jemen-Krise gesucht wurde. Darüber hinaus traf König Faisal am 22.08.1965 in Dschidda den Präsidenten Gamal Abdulnasser. Dieses Treffen führte zur Unterzeichnung des Abkommens von Dschidda. Zu dessen wichtigsten Punkten gehörten, dem jemenitischen Volk selbst die Entscheidung über die bevorzugte Art der Regierungsführung zu überlassen, sowie der Rückzug der ägyptischen Truppen aus dem Jemen. Ein weiteres Ziel war die Zusammenarbeit bei der Organisation einer Übergangskonferenz, um für Frieden zu sorgen und die Art der Staatsführung festzulegen.

König Faisal war bei der Beilegung von Konflikten in der arabischen Region äußerst präsent. Angesichts des bevorstehenden Gipfels der arabischen Staaten in Casablanca 1965 intensivierte König Faisal seine Bemühungen zur Vereinigung der arabischen Nationen. Der Gipfel begann am 12.09.1965. König Faisals Teilnahme war das Fundament für die Solidarität unter den arabischen Staaten. Wegen der großen Bedeutung der Beschlüsse, die die Teilnehmer bei diesem Gipfel fassten, wurde er als „Gipfel der arabischen Solidarität“ tituliert. Ziel war es, die arabischen Nationen zu einen, Differenzen unter ihnen beizulegen, und die Länder davon abzuhalten, sich in die Angelegenheiten der anderen Länder einzumischen.

In dieser Zeit zeichnete sich angesichts des arabisch-israelischen Konflikts die Rolle des Königreichs ab, das auf arabischer und islamischer Ebene eine aktive Funktion einnahm. König Faisal schaffte es, in den drängendsten Problemen auf arabischer Ebene die Rolle als wichtigster Vermittler zwischen den arabischen Parteien einzunehmen. Er gehörte zu den scharfsichtigsten und verständigsten unter den arabischen Staatsoberhäuptern und war Träger angemessener Entscheidungen im Interesse des wichtigsten arabischen Anliegens, der Palästinafrage.

Im Krieg im Juni 1967 erklärte König Faisal seine Unterstützung für die attackierten arabischen Nationen. So wurde er zum ersten Herrscher, der Streitkräfte nach Jordanien schickte und die allgemeine Mobilmachung im Königreich verkündete. Das Königreich brachte seine Bereitschaft zum Ausdruck, an der Seite der angegriffenen arabischen Länder aktiv in den Konflikt einzugreifen. Am 10.06.1967 verkündete König Faisal in einem entschlossenen Schritt die Aussetzung der saudischen Ölexporte nach Großbritannien und in die USA, da diese Israel unterstützten. König Faisal bemühte sich um die Einberufung von arabischen und islamischen Konferenzen, um das arabische Anliegen gegen Israel zu unterstützen. Diese Haltung entwickelte sich zu einem unumstößlichen Grundsatz, den er in seinen offiziellen und diplomatischen Handlungen immer wieder bekräftigte.

Zu den bedeutendsten Konferenzen, an denen er teilnahm und bei der er als wichtigster Vermittler fungierte, war der vierte arabische Gipfel in Khartum im August 1967, an dem die Vertreter von 14 Staaten teilnahmen. Bei diesem Gipfel wurde beschlossen, die an dem Konflikt beteiligten Länder zu unterstützen, sie wiederaufzurüsten und es ihnen möglich zu machen, den von Israel in der arabischen Welt verübten politischen und militärischen Schlag zu bewältigen. Das Königreich übernahm den größten Teil dieser Unterstützung.

Islamische Solidarität

König Faisal dehnte die arabische Solidarität auf einen größeren Kreis aus, nämlich den der islamischen Solidarität, mit der er drei globale Ziele erreichen wollte: Erstens: Zusammenarbeit in politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen zwischen den Völkern und Regierungen der gesamten islamischen Welt; zweitens: Versuch, den kommunistischen und linksextremen Einfluss aus dem arabischen Raum zu vertreiben; und drittens: Gewinnung islamischer Unterstützung für die arabische Haltung gegenüber Israel. In Verfolgung dieser Ziele besuchte König Faisal mehrere islamische und arabische Länder in Asien und Afrika, zunächst im Dezember 1965 den Iran auf offizielle Einladung von Schah Mohammad Reza Pahlavi, dann im Januar 1966 Jordanien auf ähnliche Einladung vom König Hussein und 1966 den Sudan auf Einladung von Ismail Al-Azhari, dem Präsidenten des Souveränitätsrates.

Im April 1966 besuchte König Faisal auf Einladung vom Präsidenten Muhammed Ayub Khan Pakistan. Im selben Jahr nahm er die Einladung vom Präsidenten Francisco Franco an und besuchte Spanien. Des Weiteren besuchte er in einer etwa einmonatigen Reise fünf weitere Länder: die Türkei, Marokko, Guinea, Mali und Tunesien. Bei bedeutenden islamischen Konferenzen, u. a. der Amman-Konferenz am 21.09.1967, bei der Vertreter von 21 islamischen Ländern über die Angriffe gegen Palästina sprachen, gehörte er zu den wichtigsten Teilnehmern.

Die erste Islamische Gipfelkonferenz fand, als Reaktion auf den Brand in der Al-Aqsa-Moschee in Palästina, am 22.09.1969 in der Stadt Rabat statt. Sie wurde abgehalten, nachdem König Faisal die islamische Welt aufgerufen hatte, zu beraten, wie die Aggressionen Israels beendet werden könnten. An dem Gipfel nahmen Delegierte von 26 islamischen Ländern teil. In der Folge wurde die Palästinafrage von einer arabischen zu einer islamischen Angelegenheit. Fortan war dem palästinensischen Volk die Unterstützung und Solidarität aller islamischen Nationen sicher. Dieses Ziel hatte König Faisal mit seinem Aufruf zur islamischen Solidarität verfolgt. König Faisal konnte diesen bedeutenden Sieg für die islamische Solidarität einfahren, indem er die Haltung einiger Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Israel zugunsten der islamischen Sache beeinflussen konnte. Bei der Konferenz wurde auch ein Termin für ein zweites Treffen in Dschidda festgelegt, bei dem die Einrichtung eines allgemeinen Sekretariats für islamische Länder vereinbart wurde mit dem Ziel, dieses Sekretariat zu einer globalen Organisation aufzubauen.

Bei dem zweiten Treffen, das 1971 für die Mitglieder der islamischen Länder in Dschidda stattfand, vereinbarten die Teilnehmer die Organisation der Beziehungen der islamischen Länder in einer schriftlich festgehaltenen Charta. Im darauffolgenden Jahr, 1972, fand die dritte Konferenz statt. Alle 30 teilnehmenden islamischen Länder stimmten der Verabschiedung der Charta zu. Die Organisation erhielt den Namen Organization of Islamic Conference (OIC). Zwei Jahre später wurde die Organisation und ihre Charta von den Vereinten Nationen anerkannt, nachdem sie sich auf islamischer und internationaler Ebene als wirksam erwiesen hatte.

Fortan konzentrierte König Faisal die Außenpolitik des Königreichs auf die ostasiatischen Länder, um weitere Unterstützung für die arabischen und islamischen Anliegen zu sammeln. 1971 besuchte er Iran und später, auf Einladung von Präsident Chiang Kai-shek, die Republik China. Es war der erste Besuch eines arabischen Staatsoberhaupts in China. Anschließend besuchte er auf Einladung von Kaiser Hirohito Japan und dann die USA und Frankreich.

Am 06.10.1973 brach der vierte arabisch-israelische Krieg aus. König Faisal spielte neben Ägypten und Syrien eine wichtige Rolle bei den Vorbereitungen und Planungen für den Krieg. Er leitete die Bemühungen, die Länder, die Israel unterstützten, mit den Ölexporten unter Druck zu setzen, indem er die Produktion um 5 % pro Monat zurückfuhr, bis sich Israel aus den 1967 besetzten Gebieten zurückzog. Dieser Beschluss wurde von neutralen und befreundeten Länder, die den Arabern in dieser Zeit zur Seite standen, z. B. Frankreich, Großbritannien, Spanien und Indien, nicht umgesetzt. Trotz der anhaltenden US-amerikanischen Unterstützung Israels kündigte König Faisal eine 10-prozentige Senkung der Ölproduktion seines Landes für die USA an. Weitere arabische Länder folgten diesem Beispiel. Als die Forderungen der arabischen Länder nicht erfüllt wurden, gab König Faisal am 19.10.1973 eine Erklärung ab und verhängte einen vollständigen Stopp der Ölexporte in die USA und die Niederlande sowie nach Portugal, Rhodesien und Südafrika.

Der Ölkrieg unter der Führung König Faisals fiel zeitlich mit militärischen Bewegungen als Reaktion auf Angriffe durch Ägypten und Syrien zusammen. Zudem erteilte König Faisal den saudischen Streitkräften den Befehl, sich bereit zu machen und in Syrien einzumarschieren, um die Staaten an der Frontlinie zu unterstützen. Diese militärische Kooperation trug zum arabischen Sieg in dem Krieg bei. Durch den Krieg entstand eine geschlossene arabische Front. Dies führte dazu, dass die USA eiligst sämtliche diplomatischen Hebel in Bewegung setzten, um eine Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt zu finden. Europäische Länder sowie Blockfreie sozialistische Staaten unterstützten das arabische Anliegen. Darüber hinaus entstanden afrikanische und islamische Solidaritätsbewegungen, die allesamt das arabische Anliegen unterstützten.

Mit seinem Einsatz wollte König Faisal der Welt die arabisch-islamische Solidarität vor Augen führen. Seinen Höhepunkt erreichte dies beim zweiten islamischen Gipfeltreffen 1974 in Lahore, Pakistan, einer bedeutenden islamischen Versammlung unter Teilnahme aller islamischen Länder mit Ausnahme von Guinea, das entschuldigt fehlte. König Faisal unterstützte die islamische Solidaritätsbewegung, die zur Anerkennung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (Palestine Liberation Organization, PLO) sowie zur Einrichtung des Islamic Solidarity Fund zur Finanzierung der Aktivitäten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit führte. Zu diesen Aktivitäten gehörte die Unterstützung der Widerstandsfähigkeit der palästinensischen Menschen in Jerusalem und den besetzten palästinensischen Gebieten. Im selben Jahr fand im Hauptsitz der Islamischen Weltliga in Mekka die erste Konferenz der islamischen Organisationen statt.

Außerdem fand 1974 der siebte arabische Gipfel in Rabat statt, bei dem über die arabische politische Landschaft nach dem Oktoberkrieg gesprochen wurde. Bei diesem Gipfel wurde die Einrichtung eines Finanzfonds zur Unterstützung der Palästinafrage vereinbart. Die am 22.11.1974 von den Vereinten Nationen herausgegebenen Resolutionen wurden als Erfolg für die arabische Diplomatie gewertet, in denen das Wirken König Faisals deutlich wurde. Diese Resolutionen bekräftigten die Unterstützung des Rechtes des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung, Souveränität und Unabhängigkeit. Zudem wurde der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ein Beobachterstatus in der Generalversammlung und bei internationalen Konferenzen der Vereinten Nationen zugesichert.

Außenpolitik des Königreichs während der Regentschaft vom König Faisal

Die Außenpolitik des Königreichs war darauf ausgerichtet, die guten Beziehungen des Landes zu anderen, insbesondere westlichen, befreundeten Nationen aufrechtzuerhalten – sofern deren Politik nicht der des Königreichs entgegensteht. Vor allem mit Blick auf die Palästinafrage und die Beziehungen zu Israel schreckte er nicht davor zurück, die diplomatischen Beziehungen zu Ländern abzubrechen, die in irgendeiner Form Unterstützung für Israel ausdrückten. Das zeigt sich an dem Beispiel, als Westdeutschland am 14.05.1965 zu erheblichen Zahlungen an Israel bereit erklärte. Im Rahmen der israelischen Aggression gegen arabische Staaten im Jahr 1967 setzte König Faisal die Ölexporte nach Großbritannien aus, ohne die freundschaftlichen Beziehungen zu beenden. Er führte den diplomatischen Dialog fort, bis er Großbritannien davon überzeugen konnte, das arabische Anliegen zu unterstützen. Das wurde besonders deutlich, als die Palästinafrage 1974 vor den Vereinten Nationen erörtert wurde.

Die Beziehungen zwischen dem Königreich und der französischen Regierung waren während der Regierungszeit vom König Faisal angespannt, da der König die von Frankreich kolonisierten arabischen Länder wie Algerien finanziell, militärisch und moralisch unterstützte. Das Treffen vom König Faisal und Präsidenten Charles de Gaulle am Abend der israelischen Aggression gegen arabische Länder im Jahr 1967 hatte großen Einfluss darauf, dass Frankreich seine Haltung zugunsten der arabischen Rechte änderte. In der Folge basierten die Beziehungen des Königreichs zu den restlichen Ländern Europas und selbst zu ostasiatischen Ländern auf den Grundsätzen von Freundschaft und Respekt. Diese Beziehungen waren im Allgemeinen einwandfrei, abgesehen davon, dass einige Länder in Bezug auf arabische und islamische Themen Standpunkte vertraten, denen König Faisal mit Zurückhaltung begegnete und die er aktiv zu bessern versuchte.

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Amerika waren das Fundament, das die Persönlichkeit vom König Faisal maßgeblich prägte. Angesichts der persönlichen Anwesenheit und überzeugenden Aussagen vom König Faisal bei Besuchen in den USA und seinem Umgang mit den verschiedenen amerikanischen Präsidenten brachte ihm die US-Regierung Respekt und Wertschätzung entgegen. Diese Glaubwürdigkeit brachte ihm eine herausragende Position ein.

Märtyrertod vom König Faisal Bin Abdulaziz

König Faisal kam am Dienstag, den 25.03.1975, bei einem Attentat ums Leben. Sein Nachfolger, König Khalid Bin Abdulaziz, wurde als neuer König vereidigt und Prinz Fahd Bin Abdulaziz wurde zum Kronprinzen ernannt.

Kinder vom König Faisal

König Faisal hatte mehrere Söhne und Töchter. Die Namen seiner Kinder: Abdullah, Mohammed, Khalid, Saud, Abdulrahman, Saad, Bandar, Turki, Al-Anoud, Al-Jawhara, Hessa, Noura, Sarah, Mashael, Lolowah, Haifa, Munira, Falwa und Latifa.

Nach König Faisal Bin Abdulaziz benannte Einrichtungen

Internationaler König-Faisal-Preis

Der König-Faisal-Preis wurde erstmals im Jahr 1979 von der König-Faisal-Stiftung vergeben. Mit dem Preis werden Einzelpersonen und Institutionen für ihre individuellen Errungenschaften in fünf Kategorien ausgezeichnet: Dienst für den Islam, islamische Studien, Arabische Sprache und Literatur, Medizin sowie Wissenschaft. Der Preis soll Muslime heute und in Zukunft unterstützen und sie zur Teilhabe in allen Bereichen der Kultur anregen. Darüber hinaus soll er den menschlichen Verstand bereichern und zum Fortschritt der Menschheit beitragen. Die Gewinner werden nach ihrer Eignung und ihren Verdiensten ausgewählt, wobei ihre Arbeiten strengen Prüfungen durch Fachausschüsse unterzogen werden. Sie werden nach genau festgelegten internationalen Standards ausgewählt. Vergeben wird der Preis unter dem Vorsitz von Seiner Königlichen Hoheit Prinz Khalid Al Faisal, dem dritten Sohn vom König Faisal. Der König-Faisal-Preis hat inzwischen eine über 40-jährige Geschichte und wurde 290 Personen aus 45 Ländern aus der ganzen Welt verliehen.

König-Faisal-Stiftung.

Die 1976 gegründete König-Faisal-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit globalen Dimensionen und verfolgt das Ziel, das Vermächtnis vom König Faisal zu schützen und seine Vision zu verwirklichen. Die Stiftung hat König Faisals Vision zu ihrem Leitgedanken gemacht, und ihre finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht das Erarbeiten und Entwickeln von Programmen, die ihren Zielen dienlich sind. Vom Zeitpunkt ihrer Gründung bis zum Jahr 2020 hat die Stiftung ihre tragenden Säulen, gemeinnützigen Projekte und Stipendien mit mehr als 2,4 Mrd. SAR gefördert. Ihr erstes Projekt verwirklichte sie im Jahr 1979.

König-Faisal-Zentrum für Forschung und islamische Studien

Die König-Faisal-Wohltätigkeitsstiftung gründete 1983 das König-Faisal-Zentrum für Forschung und islamische Studien mit dem Ziel, die Mission des verstorbenen Königs fortzuführen, Wissen zwischen dem Königreich und dem Rest der Welt zu verbreiten. Das Zentrum ist zu einem Aushängeschild für Forschung, Wissen und Kultur geworden. Die wesentliche Funktion des Zentrums liegt darin, als Plattform für Wissen zu dienen, die Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zusammenzubringen. Diese Plattform soll authentische Forschungsprojekte im Bereich von Geistes- und Sozialwissenschaften ins Leben rufen und sich an wissenschaftlichen Diskussionen und Dialogen unter verschiedenen Kulturen beteiligen. Doch die Mission beschränkt sich nicht allein auf die Forschung. Das Zentrum erfüllt verschiedene Rollen, als Verlag und Bibliothek bis zum Archiv und Museum.

Das König-Faisal-Zentrum für Forschung und islamische Studien umfasst eine Reihe von unterstützenden Einrichtungen, darunter das Al-Faisal-Kulturhaus (Dar al-Faisal al-Thaqafiya), das als Verlag des Zentrums auf die Herausgabe von Büchern und Zeitschriften zu Themen spezialisiert ist, die für das Königreich und die arabische, islamische und globale Gesellschaft relevant sind. Darüber hinaus umfasst es die Bibliothek King Faisal Center Library, die verschiedene Dienste zur Unterstützung von Wissenschaftlern anbietet. Das Faisal-Familienarchiv (Faisal Family Archives, Darat Al Faisal) bewahrt das Erbe von König Faisal und seiner Familie und rückt dieses ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Das Al-Faisal-Museum trägt zum Schutz und zur Ausstellung von kostbaren Sammlungen der islamisch-arabischen Künste, seltenen Manuskripten und Andenken an den verstorbenen König Faisal bei.

Quellen


King Abdulaziz Public Library

 König-Faisal-Zentrum für Forschung und islamische Studien


 König-Faisal-Stiftung.

 König-Faisal-Spezialklinik und Forschungszentrum.

Masrad Tareekh Al-Faisal (Historisches Glossar von Al-Faisal)
Khalid Bin Abdualaziz Al Saud

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