Abdullah Bin Abdulaziz Al Saud
König Abdullah bin Abdulaziz Al Saud (1924–2015) war der sechste König des Königreichs Saudi-Arabien. Nach dem Tod seines Bruders König Fahd Bin Abdulaziz Al Saud im Jahr 2005 wurde ihm als neuem König die Treue geschworen. Anschließend herrschte er rund 10 Jahre. Sein Nachfolger wurde sein Kronprinz, der Diener der zwei heiligen Stätten, König Salman Bin Abdulaziz al Saud.
König Abdullah gilt als erster saudischer Herrscher, der drei seiner Brüder als Kronprinzen berief, nämlich Sultan, Naif und Salman, die Söhne vom Gründerkönig Abdulaziz Bin Abdulrahman Al Saud. Zudem war niemand so lange Kronprinz wie er – 24 Jahre lang war er der Kronprinz vom König Fahd.
König Abdullah Bin Abdulaziz
Geburt und Leben vom König Abdullah
Vollständiger Name: Abdullah Bin Abdulaziz Bin Abdulrahman Bin Faisal Bin Turki Bin Abdullah Bin Mohammed Bin Saud Bin Mohammed Bin Muqrin Bin Markhan Bin Ibrahim Bin Musa Bin Rabi'ah Bin Mani' Bin Rabi'ah al-Muraydi der Banu Hanifah, von Bakr Bin Wael, von Rabi'ah Bin Nizar, von Ma'ad Bin Adnan.
Er war der zehnte Sohn vom Gründerkönig Abdulaziz Bin Abdulrahman Al Saud. Er wurde 1924 in der Stadt Riad geboren, dem Jahr, in dem sein Vater in Mekka einzog. Seine Mutter war Prinzessin Fahda bint al-Asi bin Schuraim. Sein Großvater mütterlicherseits war bekannt für seinen Mut und seine Reitkünste und galt als Verkörperung der wahren arabischen Werte. König Abdullah war erst zehn Jahre alt, als er seine Mutter verlor. Er lebte unter der Obhut seines Vaters, des Gründerkönigs, der allen seinen Söhnen ein Höchstmaß an Fürsorge und Aufmerksamkeit zukommen ließ.
Ausbildung und Kultur vom König Abdullah
Seine frühpädagogische Bildung erhielt König Abdullah an der Al-Hukm-Palastschule, die Gründerkönig Abdulaziz gegründet hatte, um dort seine Söhne unterrichten zu lassen. Dort arbeiteten mehrere Religionsgelehrten und Professoren. Sie unterrichteten dort den Heiligen Koran, islamische Studien, die arabische Sprache und Kalligrafie sowie Mathematik. König Abdulaziz höchstpersönlich verfolgte die Ausbildung und die akademischen Fortschritte seiner Söhne. Er wies die Lehrer an, ihre pädagogischen Anstrengungen im Unterrichten seiner Söhne zu verdoppeln. Außerdem regte er seine Söhne dazu an, den Koran auswendig zu lernen und auf ihre Lehrer, allesamt Gelehrten und Professoren, zu hören. König Abdulaziz pflegte den Brauch, eine große Zeremonie abzuhalten, wenn einer seiner Söhne den Heiligen Koran auswendig gelernt hatte. Die Zeremonie für König Abdullah fand 1935 statt und dauerte drei Tage.
Dank seinem Vater, dem Gründerkönig, sammelte König Abdullah soziale Erfahrungen, die er in den Bereichen Regierungsführung, Politik, Verwaltung und Führung nutzte. Er begleitete verschiedene Scheichs und profitierte von ihrer Bildung und Führung. Darüber hinaus war er an der Interaktion mit Gelehrten und Intellektuellen aus dem In- und Ausland interessiert. Seinen kulturellen Tiefgang eignete er sich durch umfassende Lektüre zu verschiedenen Themenbereichen selbst an.
Persönlichkeitseigenschaften vom König Abdullah
Hobbys vom König Abdullah
König Abdullah bin Abdulaziz war bekannt für seine Befürwortung von Gerechtigkeit und Integrität. Zahlreiche Situationen, in denen er Gerechtigkeit und Fairness walten ließ, dienen als Beleg dafür. Zu seinen Persönlichkeitseigenschaften gehörten Ritterlichkeit, Selbstlosigkeit, Nachsicht, Toleranz sowie Güte gegenüber den Hilfsbedürftigen und Armen. Zudem war er bekannt für seine Demut und sein ausgeprägtes Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen. Bekannt war auch sein Faible für Wissen und Wissenschaft sowie sein Interesse an Forschung, Innovationen, Erfindungen sowie wissenschaftlichen und akademischen Einrichtungen.
Das erste Hobby vom König Abdullah bin Abdulaziz war das Lesen und seine Leidenschaft für das Lernen. Sein zweites Hobby war seine innige Beziehung zur Wüste. Immer wenn er die Zeit fand, verbrachte er Zeit in der Wüste. Zu seinen bevorzugten Hobbys gehörte auch das Reiten, ein Sport, der auch König Abdullahs Interesse für eine Wiederbelebung des wahren arabischen Erbes zeigte. Er legte sich eine Auswahl von Vollblutarabern zu, nur für sich privat. Er gründete einen Reitverein in der Stadt Riad, um zu verhindern, dass der Reitsport ausstirbt und die Arabischen Vollblüter ihre Reinheit und ihre Eigenschaften verlieren. Außerdem regte er auch andere dazu, diesen authentischen Sport zu auszuüben.
Offizielle Ämter vor seiner Thronbesteigung
Vor seiner Thronbesteigung hatte König Abdullah hohe Ämter inne, u. a. war er Befehlshaber der Nationalgarde. König Saud ibn Abd a-Aziz Als Saud erließ am 04.02.1963 ein königliches Dekret, mit dem er König Abdullah (damals noch Prinz) zum Emir der Nationalgarde machte. Die Nationalgarde ist ein Arm der Saudi Armed Forces, der unter der Herrschaft von Gründerkönig Abd al-Aziz gegründet wurde und damals aus den Männern bestand, die ihn im Zuge der Gründung und der Vereinigung des Königreichs unterstützt hatten. Unter König Abdullahs Führung erlebte die Nationalgarde einen großen Durchbruch auf ihrem Weg.
Vorsitz der Nationalgarde
Eine neue Ära für die Nationalgarde
Ab dem Zeitpunkt, an dem ihm der Befehl über die Nationalgarde übertragen wurde, arbeitete König Abdullah daran, sie qualitativ zu entwickeln und ihre Organisation von dem System mit verschiedenen Bataillonen in ein integriertes modernes System zu überführen. So wurde eine Kommandoeinheit gebildet, die sich später zu einem vollständig integrierten Militärapparat entwickelte, der den Generalstab der Nationalgarde darstellte. Außerdem wurden mehrere Offiziere ins Ausland entsandt, um ihr Hochschulstudium an ausländischen Institutionen zu absolvieren. Der Führungsstab der Nationalgarde schloss Verträge mit Experten, die das militärische und administrative System modernisieren und systematischer gestalten sollten. Darüber hinaus wurde die Nationalgarde mit den neuesten Waffen und adäquater Ausrüstung ausgestattet.
Die Entwicklung der Fachakademien der Nationalgarde erfolgte später.
Ein bedeutender Bereich der Entwicklung der Nationalgarde unter der Führung vom König Abdullah war der Sanitätsdienst. In Riad und Dschidda wurden zwei Medizinstädte mit leistungsfähigen Krankenhäusern aufgebaut. Diese waren für die Versorgung der Angehörigen der Nationalgarde vorgesehen. Allerdings weiteten diese Städte und Krankenhäuser ihre Dienste aus und boten sie neben der Nationalgarde auch sämtlichen saudischen Staatsangehörigen im ganzen Königreich an.
Zu den bedeutenden Erfolgen der Nationalgarde im medizinischen Bereich zählen die Operationen zur Trennung von Siamesischen Zwillingen, die Menschen aus allen Ländern unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit kostenlos angeboten werden. Dieser Schritt, der die medizinische Tätigkeit Saudi-Arabiens im Allgemeinen sowie die der Nationalgarde im Speziellen auszeichnete, war König Abdullah ein persönliches Anliegen.
Zweiter Stellvertreter des Premierministers
König Abdullah (damals noch Prinz) übernahm nicht nur den Befehl über die Nationalgarde, sondern er wurde 1975 vom König Khalid Bin Abdulaziz Al Saud auch zum Zweiten Stellvertreter des Premierministers ernannt.
Zeit als Kronprinz
Am 13. Juni 1982 verstarb König Khalid und seinem Bruder König Fahd Bin Abdulaziz Al Saud wurde die Treue als neuem König des Königreichs geschworen. Zugleich wurde König Abdullah (damals noch Prinz) die Treue als Kronprinz geschworen. Sein Amt als Befehlshaber der Nationalgarde übte er weiter aus. König Fahd ernannte ihn nach königlichem Dekret zum ersten Stellvertreter des Premierministers. Er war insgesamt 24 Jahre lang Kronprinz.
Übernahme der Staatsgeschäfte als Vertreter des Königs Fahd
Die Zeit vom König Abdullah bin Abdulaziz als Kronprinz lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen. Zunächst war er rund 13 Jahre Kronprinz, vom Zeitpunkt seiner Ernennung bis 1995. In demselben Jahr begann auch der zweite Abschnitt, der bis 2005, also rund zehn Jahre dauerte. In dieser Zeit, am 02.01.1996, wurde König Abdullah von einer Delegation König Fahds wegen gesundheitlicher Probleme des amtierenden Königs die Kontrolle über die Staatsgeschäfte übertragen. Gemäß der saudischen Regelung zur Herrschaftsführung übernimmt in der Abwesenheit des Königs der Kronprinz die Staatsgeschäfte. Er übernahm die Leitung der täglichen Angelegenheiten des Königreichs im Inland und vertrat das Königreich bei Auslandsbesuchen, Konferenzen, Verhandlungen sowie bei der Unterzeichnung von Abkommen mit Staatsoberhäuptern und Regierungsvertretern aus aller Welt. In dieser Zeit verfolgte er in der Innen- und Außenpolitik denselben Ansatz wie sein Vater, der Gründerkönig, und seine Brüder, die Könige.
König Abdullah Bin Abdulaziz als König des Königreichs
König Abdullah besteigt den Thron
Nach dem Tod seines Bruders König Fahd Bin Abdulaziz wurde König Abdullah Bin Abdulaziz als neuem König des Königreichs am 2. August 2005 die Treue geschworen. Nach der Besteigung des Throns erließ König Abdullah ein königliches Dekret, in dem er den Prinzen Sultan Bin Abdulaziz als Kronprinzen und Stellvertreter des Premierministers neben seinen Ämtern als Minister für Verteidigung und Luftfahrt und Generalinspekteur ernannte. Sechs Jahre später, am 22. Oktober 2011, verstarb Prinz Sultan infolge einer Erkrankung. Nach Beratungen mit dem Vorsitzenden und den Mitgliedern des Nachfolgeausschusses ernannte König Abdullah den damaligen Innenminister Prinz Naif Bin Abdulaziz zu seinem Kronprinzen. Prinz Naif starb acht Monate nach Annahme dieses Amtes. Daher fasste König Abdullah am 18. Juni 2012 den Beschluss, Prinz Salman (der derzeitige Diener der beiden heiligen Stätten König Salman Bin Abdulaziz) zum Kronprinzen und zum Verteidigungsminister zu ernennen. Er übernahm dieses Amt nach dem Tod seines Bruders Prinz Sultan. Am 27. März 2014 machte König Abdullah nach königlichem Dekret Prinz Muqrin Bin Abdulaziz zum Stellvertreter des Kronprinzen, der gleichzeitig zweiter Stellvertreter des Premierministers blieb.
Außenpolitische Standpunkte
König Abdullahs Herrschaft zeichnete sich durch politische Tätigkeiten aus, die Einfluss auf die internationalen Beziehungen des Königreichs hatten. Diese Beziehungen wurden ausgebaut und durch die Kommunikation von Amtsträgern oder auf Konferenzen im In- und Ausland konnte das Königreich seinen weitreichenden Einfluss auf internationaler Ebene zeigen. In dieser Zeit der regen politischen und diplomatischen Tätigkeiten standen Themen von zentraler Bedeutung in der modernen arabischen und islamischen Geschichte sowie regionale, arabische wie auch internationale Themen rund um die Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) im Mittelpunkt.
König Abdullah war bestrebt, den Weg des Friedens weiterzugehen und das Fundament für Reformen und Sicherheit in den arabischen Ländern zu schaffen. Indem er der Sicherheit der GCC-Länder Priorität einräumte, setzte er den Weg des Königreichs in der Politik und der Haltung zum Thema Schutz und Sicherheit der Golfregion fort. König Abdullah hielt sich strikt an die politische Marschroute des Königreichs in Richtung Stabilität und Unabhängigkeit der Golfregion.
Wichtige administrative Regelungen
Am 19.10.2006 erließ er ein königliches Dekret, das die Vorgehensweise für die Regelung der königlichen Nachfolge sowie der Ernennung des Kronprinzen im Königreich regulierte – das „Baia-Aufsichtssystem“. Das führte zur Gründung eines Ausschusses mit folgenden Personen: Söhne des Gründerkönigs Abdulaziz Bin Abdulrahman Al Saud, wobei ein Sohn von jedem verstorbenen, sich enthaltenden oder arbeitsunfähigen Sohn des Gründerkönigs ernannt wird, vorausgesetzt ist er für seine Rechtschaffenheit und Kompetenz bekannt, und zwei Mitglieder, die vom König ernannt werden, wobei eines sein eigener Sohn ist und eines der Sohn des Kronprinzen ist, die beiden für ihre Rechtschaffenheit und Kompetenz bekannt sind. Gemäß diesem Gesetz sowie der Grundordnung des Königreichs verlangt der Ausschuss nach dem Tod des Königs nach dem Treuschwur auf den Kronprinzen als König des Landes. Nach dem Treueschwur und nach Beratung mit den Ausschussmitgliedern wählt der König eine, zwei oder drei Personen aus, die für das Amt des Kronprinzen geeignet sind. Diese Auswahl wird dem Ausschuss vorgelegt, der gemeinschaftlich einen dieser Kandidaten nach dem Konsensprinzip als Kronprinz auswählt. Falls der Ausschuss keinen der Kandidaten nominiert, muss er eine Person nominieren, die er als für das Amt des Kronprinzen geeignet erachtet.
2011 gründete König Abdullah, ebenfalls nach königlichem Dekret, die Nationale Kommission zur Korruptionsbekämpfung, die organisatorisch direkt an den König gebunden ist. Ihre Aufgaben erstrecken sich auf alle Regierungsbereiche, ohne Ausnahme. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung von Anordnungen und Anweisungen in Bezug auf öffentlichen Angelegenheiten innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zu überwachen, die Integrität zu schützen sowie administrative und finanzielle Korruption in jedweder Form nachzuverfolgen.
Kulturelle Errungenschaften unter der Herrschaft des Königs Abdullah Bin Abdulaziz
Pflege der beiden Heiligen Moscheen
Die Erweiterung des Sa'i-Bereichs ist eines der Projekte, die während der Herrschaft vom König Abdullah an der Großen Moschee durchgeführt wurden. Die Arbeiten begannen am 9. Februar 2007. Mit der Fertigstellung dieser Anlage wurden mehrere Ziele erreicht: die Erhöhung der Kapazität des Sa'i-Bereichs, die Erleichterung der Pilgerwege innerhalb der Anlage, die Gewährleistung ihrer Sicherheit und die Schaffung spezieller Wege für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen. Die Fläche jeder Etage im neuen Sa'i-Bereich beträgt schätzungsweise 18.000 Quadratmeter, während die Gesamtfläche des Sa'i-Bereichs 87.000 Quadratmeter beträgt und eine Kapazität von 118.000 Personen pro Stunde aufweist. Die Gesamtfläche des Gebäudes, einschließlich aller Etagen des Sa'i-Bereichs und der dazugehörigen Einrichtungen, beträgt etwa 125.000 Quadratmeter.
Auf die Erweiterung der Masʿā folgte im September 2010 König Abdullahs Projekt zur Erweiterung der Großen Moschee und ihrer nördlichen Höfe. Ziel war die Umsetzung der als al-Shamiya bezeichneten Erweiterung Richtung Norden, in deren Rahmen als langfristige Lösung für die wachsende Zahl von Pilgern ausreichende und geeignete Flächen entstehen sollten. Die Höfe wurden kreisförmig in alle Richtungen ausgeweitet, um sich an der Qibla-Richtung und den Bewegungen der Pilger auszurichten, sodass weitere Haupt-, Zweit- und Nebeneingänge an den erweiterten Fassaden entsprechend der erwarteten Anzahl an Pilgern entstanden. In den Erweiterungsgebäuden wurden Gebetshallen mit Platz für rund 300.000 Gläubige eingerichtet, in den Außenbereichen Gebetsbereiche für weitere rund 314.000 Gläubige. Dadurch stieg die Gesamtkapazität um mehr als 600.000 Gläubige.
Unter König Abdullah Bin Abdulaziz erfolgte zudem ein Projekt zur Erhöhung der Kapazität des Umkreisungsbereichs (Matāf). Am 15.11.2012 wurden die Arbeiten für das Projekt aufgenommen, in deren Rahmen die Kapazität des Matāf und der verbundenen Bereiche für Umkreisungen von bisher 48.000 auf rund 105.000 Gläubige pro Stunde ausgebaut wurde.
Das Interesse vom König Abdullah für die beiden heiligen Moscheen zeigt sich auch im Projekt „König-Abdulaziz-Stiftung für die beiden heiligen Moscheen“, das er im islamischen Architekturstil bauen ließ.
Im Rahmen seines Besuchs in der Prophetenmoschee in Medina weihte König Abdullah Bin Abdulaziz am 24. September 2012 ein Projekt zur Erweiterung der Prophetenmoschee ein, das den Ausbau der Kapazität auf insgesamt 2,8 Mio. Gläubige sowie der verbundenen Dienste vorsah. Umgesetzt wurde das Projekt in drei Phasen: In der ersten Phase sollte Platz für 800.000 Gläubige entstehen, in der zweiten und dritten Phase sollten die östlichen und westlichen Höfe der Moschee erweitert und die Kapazität um weitere 800.000 Gläubige erhöht werden.
Entwicklung der Heiligen Stätten
König Abdullah weitete seine Unterstützung auf Projekte und Dienste in den Heiligen Stätten aus, wobei die Jamarat-Brücke 2006 am wichtigsten war. Sie umfasst jetzt vier Ebenen und ein Erdgeschoss. Jede Ebene der Brücke hat in Spitzenzeiten eine Kapazität von max. 125.000 Pilgern pro Stunde, womit die Brücke eine Gesamtkapazität von über 500.000 Pilgern pro Stunde hat. Die Brücke ist so konzipiert, dass in Zukunft bei Bedarf weitere Ebenen hinzugefügt werden können. Das Fundament kann bis zu zwölf Ebenen tragen.
Das Schienenprojekt für die Heiligen Stätten wurde ebenfalls gestartet. Das 6,7 Mrd. SAR teure Projekt soll Mekka mit den heiligen Stätten in Mina, Arafat und Muzdalifah verbinden. Die Arbeiten, die von der chinesischen Gesellschaft für saudischen Bahn durchgeführt wurden, begannen 2009. In Betrieb genommen wurde das Projekt im Jahr 2010, zwei Jahre nach Projektbeginn.
Das Schienenprojekt für die Heiligen Stätten gewann mehrere Preise, darunter den Franz Edelman Preis für beste operative und angewandte Forschung in den USA. Das Projekt wurde von dem Internationalen Verband beratender Ingenieure unter den 24 besten globalen Projekten der vergangenen 100 Jahre gewählt.
2010 wurde das König-Abdullah-bin-Abdulaziz-Projekt zur Verteilung vom Zamzam-Wasser eingeweiht, das den Komfort für die Pilger verbessern sowie einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu in Flaschen abgefülltem Zamzam-Wasser sicherstellen sollte.
Soziale Dienstleistungen
König Abdullah suchte nach schnellen Lösungen für Arbeitslosigkeit in der saudischen Gesellschaft, indem er die Saudi Credit and Savings Bank (jetzt die Social Development Bank) unterstützte und ihr ermöglichte, die Anforderungen für soziale Kredite zu erfüllen, und kleine, aufstrebende Unternehmen finanzierte und sponserte. Mit diesen Zielen vor Augen wurde das Kapital der Bank um 20 Mrd. SAR aufgestockt. Die von ihm in die Bank gebrachte Einlage von 10 Mrd. SAR wurde zu deren Kapital hinzugefügt, womit das Gesamtkapital der Bank auf 30 Mrd. SAR anstieg.
König Abdullah ordnete die bedingungslose Befreiung aller verstorbenen Personen von der Zahlung von Bankraten im Zusammenhang mit sozialen Zwecken an. Außerdem gewährte er allen, die für soziale Zwecke ein Darlehen bei einer Bank aufgenommen hatten, eine zweijährige Ratenbefreiung. Um eine ausreichende Versorgung der Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, zu gewährleisten, ordnete er die Anhebung der Höchstzahl der sozialversicherten Personen in einer Familie von acht auf fünfzehn Mitglieder an und stellte zu diesem Zweck 1 Mrd. SAR bereit. Darüber hinaus aktivierte und unterstützte er Förderprogramme für die Sozialhilfe.
König Abdullah erkannte auch die Bedeutung davon, ausreichend Wohnraum für die Bürger bereitzustellen, und ordnete deshalb eine Finanzspritze in Höhe von 15 Mrd. SAR für das Budget der Öffentlichen Behörde für Wohnungsbau (später das Ministerium für Wohnungsbau) an. Er stabilisierte die Zulage für Lebenshaltungskosten auf 15 % vom Grundgehalt und führte einen Mindestlohn von 3.000 SAR pro Monat für alle saudischen Arbeitnehmer im Land ein. Darüber hinaus erhöhte er die finanziellen Leistungen für Angestellten, z. B. für Entsendungen, Verkehrsmittel und Abfindungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, und ordnete die Festanstellung aller männlichen und weiblichen Bürger in von der Staatskasse finanzierten Positionen an. Er genehmigte die Unterstützung von Arbeitsuchenden im öffentlichen und privaten Sektor mit 2.000 SAR pro Monat und richtete im Innenministerium 60.000 neue Positionen im militärischen Bereich ein.
Gesundheitssektor
Unter König Abdullah durchlief das Gesundheitswesen im Königreich eine große Entwicklung. Die Gesundheitsversorgung wurde erweitert, was er mit den folgenden Worten unterstrich: „Wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, ist nichts zu teuer.“
Im Zusammenhang mit den großen medizinischen Einrichtungen gab König Abdullah im Jahr 2004, also noch in seiner Zeit als Kronprinz, die Anweisung zum Betrieb der König Fahd Medizinstadt in der Hauptstadt Riad.
Im Rahmen der medizinischen und angewandten Forschung im Bereich Gesundheitswissenschaften ordnete König Abdullah die Gründung eines globalen Fachzentrums für medizinische Forschung an, das seinen Namen tragen und als internationale Referenz für die angewandte medizinische Forschung in den Gesundheitswissenschaften dienen sollte. In dem Zentrum arbeiten Experten und medizinische Spezialteams aus der ganzen Welt.
Im Zusammenhang mit medizinischen Einrichtungen startete König Abdullah ein Projekt für die Gründung von 2000 fortschrittlichen Gesundheitszentren in den Provinzen und Gouvernements im Königreich, um Gesundheitsdienstleistungen für Bürger und Einwohner gleichermaßen zur Verfügung zu stellen. Dieses Projekt überschritt die Summe von 5 Milliarden SAR.
Fortschritte im Bildungswesen
König Abdullah war darauf bedacht, in die Menschen zu investieren und diese umfassend auszubilden, damit sie die Entwicklung für kommende Generationen vorantreiben konnten. So konnten zahlreiche Erfolge realisiert und Initiativen ins Leben gerufen werden, die vom König übernommen und unterstützt wurden, darunter das König-Abdullah-Projekt zur Entwicklung der öffentlichen Bildung mit einem Budget von über 9 Mrd. SAR über sechs Jahre. Darüber hinaus genehmigte König Abdullah die Zulassung einer auf die Entwicklung der Bildung spezialisierten staatlichen Gesellschaft im Besitz des öffentlichen Investitionsfonds, die als der ausführende Arm des Projekts fungierte. Außerdem genehmigte er das Projekt zur Entwicklung der Lehrpläne für Mathematik und Naturwissenschaften in allen Bildungsstufen. Des Weiteren übernahm er das Projekt zur Aufnahme der englischen Sprache in die Lehrpläne auf Grundschulebene sowie zur Entwicklung der Lehrpläne für die englische Sprache in den Mittel- und Sekundarstufen.
Besonders die Hochschulbildung lag König Abdullah am Herzen, der er seit seiner Zeit als Kronprinz Priorität einräumte. 2003 gab es in Saudi-Arabien nur acht staatliche Universitäten. Innerhalb von weniger als sieben Jahren stieg diese Zahl auf 25 Universitäten. Hinzu kam eine elektronische Universität, die 2010 zugelassen wurde. Zudem genehmigte er auf Antrag des Rats für Hochschulbildung die Gründung von drei Universitäten in Hafar al-Batin, Rafha und im Norden von Dschidda. Er unterstützte die Gründung von Privatuniversitäten und erlebte den Start der Studienprogramme an mehreren privaten Universitäten und Fachschulen, darunter die Prince Mohammad Bin Fahd Universität in Al-Chubar und die Alfaisal Universität in der Hauptstadt Riad. Einige Universitäten erreichten Erfolge im wissenschaftlichen Bereich, die sich auch in ihren Positionen in den Jahresrankings von international spezialisierten Einrichtungen niederschlugen. Die König-Saud-Universität und die König-Fahd-Universität für Erdöl und Mineralien erreichten die vorderen Plätze und gehören zu den besten Universitäten der Welt.
Die König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST) zählt zu den bedeutendsten zivilisatorischen Errungenschaften unter König Abdullah im Bereich des Hochschulwesens im Königreich. Die Konzeption, die Beaufsichtigung und die Umsetzung der Universität gingen vom König persönlich aus. Ziel der Universität, die sich auf die Entwicklung wissenschaftlicher Erfahrungen konzentriert, sind Fortschritte im Bereich von Wissen und Technologie durch kühne und kollaborative Forschungsprojekte. Sie richtet sich an Führungspersönlichkeiten aus Wissenschaft und Technologie und ist bestrebt, diese über die neuesten experimentellen Entwicklungen der modernen Wissenschaft zu informieren und darin auszubilden. Des Weiteren ist die KAUST bestrebt, die nationale Wirtschaft anzukurbeln und Lösungen für Herausforderungen von regionaler und globaler Tragweite zu finden.
Mit dem König-Abdullah-Stipendienprogramm rief König Abdullah Bin Abdulaziz ein einzigartiges Bildungsprogramm ins Leben. In dieser Zeit erhielten rund 100.000 männliche und weibliche Studierende Stipendien, dank denen sie an internationalen Spitzenuniversitäten in verschiedenen Ländern der Welt studieren konnten. Das Stipendium richtet sich an Studierende in verschiedenen Stufen ihres Hochschuldstudiums, u. a. Bachelor, Master, Promotion und medizinisches Fellowship. Die im Rahmen des Programms geförderten Studienfächer und die Zahl der Studierenden wurden anhand des Bedarfs im staatlichen und privaten Sektor im Königreich ermittelt. Für die internationalen Stipendien hat der Staat mehr als 7 Mrd. SAR bereitgestellt. Zudem wurden Kontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die geförderten Studenten ihr Studium mit Engagement verfolgen. Des Weiteren ordnete König Abdullah eine Erhöhung der Stipendien für die Stipendiaten um 50 % an. Darüber hinaus genehmigte er die Aufnahme von mehr als 7.000 männlichen und weiblichen Studierenden, die ihr Studium an ausländischen Universitäten aus eigener Tasche finanzierten, in das Programm. So konnten diese, ähnlich wie ihre Kommilitonen, ihr Studium vom Staat finanzieren lassen.
Kulturelle Entwicklung
Die zivilisatorischen Erfolge unter König Abdullah beinhalteten auch Fortschritte in der Kultursituation im Königreich. 2003 erging ein königliches Dekret zur Zusammenlegung der verschiedenen kulturellen Tätigkeiten im Medienministerium, aus dem das Ministerium für Kultur und Medien entstand. Die Arbeit des Ministeriums umfasste die Regulierung und Entwicklung der Kulturszene im Königreich. Innerhalb des organisatorischen Rahmens des Ministeriums wurden zwei Behörden gegründet, von denen eine auf den lokalen Kulturbetrieb und die andere auf den internationalen Kulturbetrieb spezialisiert war. Infolgedessen wurde in der Hauptstadt Riad eine der größten Messen für arabische Bücher veranstaltet, die Riyadh Internationale Buchmesse. Diese hat sich inzwischen zu einer der größten arabischen Kulturveranstaltungen entwickelt, sowohl bei der Zahl der teilnehmenden Verlagshäuser als auch bei der Zahl der Begleitseminare. Die kulturelle Förderung umfasste auch Auszeichnungen in den Bereichen Übersetzung, Kulturerbe und Kultur im Allgemeinen. In diesem Rahmen wurden auch die Öffentliche König-Abdulaziz-Bibliothek, die öffentliche König-Fahad-Bibliothek, das Projekt „Katalog der Arabischen Union“ sowie andere Initiativen, die zur Bereicherung der Kultur im Königreich und im Ausland beitragen, gefördert.
Transport und Logistikdienste
Im Rahmen von König Abdullahs Engagement für die beiden heiligen Stätten und die Pilger das ganze Jahr über und für die Entwicklung des Transportsektors zwischen Städten und Regionen im Königreich wurde das Projekt für den Haramain-Zug während seiner Regentschaft gestartet. Diese Zugstrecke verbindet die Städte Mekka und Medina und führt durch die Stadt Dschidda und die König Abdullah Wirtschaftsstadt. Dieser qualitative Meilenstein im Verkehrswesen erfolgte im Rahmen von umfangreicheren Projekten zur Entwicklung der Bewegung von Reisenden und Gütern in allen Regionen des Königreichs. 2013 wurde das König-Abdulaziz-Projekt für den öffentlichen Verkehr, auch bekannt als „Metro von Riad“, in dieses Projekt aufgenommen.
Menschenrechte
Die Regierung vom König Abdullah unterstützte jede Maßnahme für den Schutz der Menschenrechte und setzte dabei alle Bemühungen durch, diesen Schutz über das Justizsystem, Organisationen und Behörden zu festigen, die den Zugriff der Menschen auf ihre Rechte unterstützen und die Justiz- und Sicherheitssysteme fördern. Dazu gehörte auch die Einrichtung von zwei unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Institutionen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzten. Bei der ersten handelt es sich um eine zivile Einrichtung, die „nationale Gesellschaft für Menschenrechte“, bei der zweiten um eine offizielle Kommission, die „Kommission der Menschenrechte“. Die Nationale Gesellschaft für Menschenrechte wurde am 19.03.2004 gegründet, die Kommission der Menschenrechte rund anderhalb Jahre danach.
Empowerment von saudischen Frauen
Unter König Abdullah wurden zahlreiche Beschlüsse gefasst und Gesetze verabschiedet, um die Präsenz der saudischen Frauen im Dienst der Gesellschaft zu stärken. Dazu gehörte die Einführung eines Systems mit einem Personalausweis für Frauen, der ihnen in vieler Hinsicht die Regelung ihrer Angelegenheiten erleicherte und mehr Unabhängigkeit verschaffte.
Im Rahmen vom König Abdullahs Interesse an der Bildung der saudischen Frauen gehörte die Gründung der Prinzessin-Nourah-bint-Abdulrahman-Universität (einer privaten Universität für Frauen) zu seinen ersten Entscheidungen nach seiner Thronbesteigung.Dieses Projekt gilt als das größte Bildungsprojekt im Nahosten mit einer Fläche von 8 Millionen Quadratmeter.
Wirtschaftliche Entwicklung unter König Abdullah Bin Abdulaziz
Der Höchste Wirtschaftsrat
Die Gründung des Höchsten Wirtschaftsrats im Jahr 1999 war ein bedeutender Schritt für die Entwicklung der saudischen Volkswirtschaft. König Abdullah leitete den Rat, seit dieser gegründet wurde, als er noch Kronprinz war. Zu der Zeit hatte der Höchste Wirtschaftsrat folgende Aufgaben: Treffen wichtiger wirtschaftlicher Entscheidungen; Erarbeiten wirksamer Wirtschaftsstrategien; Prüfen des jährlichen Staatshaushalts; Gewährleisten wirtschaftlicher Sicherheit; weitere wichtige wirtschaftliche Aufgaben. Auch nach seiner Ernennung zum König saß König Abdullah weiter dem Rat vor.
König Abdullah Finanzzentrum
Der Startschuss für das Projekt des König-Abdullah-Finanzzentrums fiel Mitte 2007 mit Gesamtkosten von rund 30 Milliarden Riyals und einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratmeter. Ziel des Projekts ist es, den Beitrag des Finanzsektors zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft durch die Nutzung seiner verfügbaren Kapazitäten zu steigern und durch die Schaffung Tausender Arbeitsplätze zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung zu bieten.
Die Wirtschaftsstädte
König Abdullahs Initiative zur Gründung von Wirtschaftsstädten im Königreich war ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der Wirtschaft. Zu den Wirtschaftsstädten zählten: König Abdullah Wirtschaftsstadt an der Küste des Roten Meers, Prinz Abdulaziz Bin Mousaed Wirtschaftsstadt in der Stadt Hail im nördlichen Teil des Königreichs, Wirtschaftsstadt in Medina im westlichen Teil des Königreichs und Jazan Wirtschaftsstadt im südwestlichen Teil des Königreichs.
Beitritt zur Welthandelsorganisation
Nach 12-jährigen Verhandlungen wurde am 11. November 2005 der Vertrag über den Beitritt des Königreichs zur Welthandelsorganisation (WTO) als vollständiges Mitglied unterzeichnet. Mit dem Beitritt sollten die wirtschaftlichen Tätigkeiten angeregt, die Wachstumsraten gesteigert sowie die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden.
Umfassende Strategie für die Industrie
Am 02. Februar 2009 wurde auf Beschluss des Ministerrats die Nationale Strategie für die Industrie samt der Maßnahmen zu deren Umsetzung genehmigt, um die nationale Industrie zu fördern. Die Entscheidung trug den laufenden globalen Veränderungen Rechnung und war eine Reaktion auf die Anforderungen der Wirtschaft des Königreichs, die Wertschöpfung in der Energie- und Petrochemikalienbranche zu maximieren. Die wesentlichen Ziele hinter der Entwicklung der Industrie waren auf verschiedene Bereiche konzentriert, darunter die Verbesserung der industriellen Basis, der technischen und produktionsbezogenen Kompetenzen sowie der Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Ziele waren die Entwicklung der Infrastruktur, die Erweiterung des Spielraums zur Einbindung des Privatsektors sowie die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen.
Die nationale Strategie für soziale Entwicklung
Noch als Kronprinz besuchte König Abdullah am 20.11.2002 verschiedene Armutsviertel in der Stadt Riad. Der Besuch hatte einen humanitären Hintergrund und war der erste Schritt auf dem Weg zu einem strategischen Plan zur Bekämpfung und Beseitigung der Armut im Königreich. Im selben Jahr genehmigte der Ministerrat die Strategie, die später in die „Nationale Strategie für soziale Entwicklung“ abgeändert wurde. Diese sah die Chancen für in Armut lebende Menschen vor, ihre finanziellen Kapazitäten durch Bildung und geeignete Arbeitsstellen zu verbessern, wobei entsprechende Gesundheitsdienste sichergestellt, Produkte und Ziele unterstützt und der soziale Schutz erhöht werden sollten. Darüber hinaus sollte ihnen geholfen werden, Probleme zu lösen und mit ihnen umzugehen, der Sozialversicherungsschutz sollte erweitert und finanzielle Unterstützung und Hilfe in Form von Sachspenden zu jeder Zeit und unter allen Umständen sollte geboten werden.
Darüber hinaus genehmigte König Abdullah das humanitäre Projekt „Poverty Alleviation Fund“, dessen Kapital zum Teilen vom Staat bereitgestellt wird. Der Privatsektor und die Einzelpersonen wurden aufgerufen, den Fonds zu fördern und zu diesem beizutragen, um soziale Solidarität zu schaffen. Der Fonds dient dazu, geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten für die Armen bereitzustellen und diesen zinsgünstige Darlehen für kleine Projekte anzubieten, die zu ihren Möglichkeiten passen und ihnen ein würdevolles Leben ermöglichen. König Abdullah erteilte die Anweisung, die maximalen Zuwendungen aus der Sozialversicherung für anspruchsberechtigte Familien von 16.200 auf 28.000 SAR pro Jahr zu erhöhen. Zusätzlich wurden 8 Mrd. SAR für Wohnraum für die Armen im Königreich bereitgestellt. Außerdem gab er die Gründung der Stiftung „König Abdullah Bin Abdulaziz Foundation for Development Housing Dedicated to His Parents“ bekannt, die Wohnraum für die bedürftigsten Mitglieder der saudischen Gesellschaft gewährleisten soll.
Wichtigste Initiativen vom König Abdullah Bin Abdulaziz
Initiative für nationalen Dialog
König Abdullah förderte das Konzept des Dialogs für ein besseres Verständnis und Zusammenleben innerhalb der saudischen Gesellschaft. In seiner Zeit als Kronprinz ordnete er 2003 die Gründung des König-Abdulaziz-Zentrums für nationalen Dialog in Riad an. Diese nationale Initiative unterstützte Dialoge, Diskussionsforen, Jugendprogramme und Meinungsumfragen, die auf die Mitglieder der Gesellschaft ausgerichtet waren. Zu ihren zentralen Themen gehörten die nationale Einheit, die Verurteilung von Extremismus und Fanatismus, die Befürwortung von Mäßigung sowie die Entwicklung von Bildungs- und Schulungsprogrammen.
Initiative für interkulturellen und interreligiösen Dialog
Der Beginn von König Abdullahs Initiative für interkulturellen und interreligiösen Dialog fiel in eine Zeit, in der die Welt auf internationaler Ebene nach Möglichkeiten suchte, die Gefahren für die Stabilität der menschlichen Gesellschaften einzudämmen. Das war eine Folge der Verbreitung von Erscheinungen wie Hass, Rassismus und Feindseligkeit sowie den sich verschlimmernden Unruhen in den internationalen Beziehungen. Diese Initiative verkörperte die Vision der islamischen Welt vom Dialog zum Finden von Antworten auf Fragen, die sich auf internationaler Ebene zunehmend stellten. Die Konzeption dieser Initiative erfolgte in drei Phasen und erstreckte sich über drei Konferenzen: 1. Die „internationale islamische Konferenz für interreligiösen Dialog “ in Mekka im Jahr 2008. 2. Die „Weltkonferenz zum Dialog“ in Madrid im Juli 2008. 3. Das allgemeine Treffen für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York im November 2008. Die einzelnen Phasen endeten in Überlegungen zu einer praktischen Formel zur Umsetzung der Initiative.
Die Gründung des Internationalen König-Abdullah-Bin-Abdulaziz-Zentrum für Dialog zwischen den Anhängern von Religionen und Kulturen (KAICIID-Zentrum für Dialog) im Oktober 2011 sollte die vorgesehene internationale Entschlossenheit unterstreichen, von der Initiative zu profitieren, und eine Maßnahme sein, um den echten Dialog auf allen Ebenen für alle, die anderen Kulturen und Zivilisationen angehören, zu verallgemeinern. Um die Einführung dieser Initiative in einem breiteren internationalen Maßstab hervorzuheben, wurde der „König Abdullah Bin Abdulaziz Internationalen Preis für kulturellen Dialog“ angekündigt und das „Abdullah Bin Abdulaziz Internationales Programm für Dialogkultur und Frieden“ wurde ins Leben gerufen.
König-Abdullah-Stiftung für humanitäre Hilfen
Die König-Abdullah-Stiftung für humanitäre Hilfen wurde auf einen königlichen Erlass vom König Abdullah bin Abdulaziz am 08.09.2010 gegründet. Sie soll die humanitären Ziele und Beiträge König Abdullahs auf lokaler und internationaler Ebene verkörpern. Die Initiative spiegelt sein anhaltendes Engagement wider, durch Stiftungsprojekte in verschiedenen Bereichen unter der Aufsicht der Stiftung das Konzept von Wohltätigkeit und Spenden zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus aufrechtzuerhalten.
Tod vom König Abdullah bin Abdulaziz
König Abdullah Bin Abdulaziz Al Saud verstarb um 01:00 Uhr am Morgen des Freitags, dem 23. Januar 2015. Er wurde im Al-Oud-Friedhof in Riad beigesetzt. Nach seinem Tod bestieg sein Kronprinz, der Diener der beiden heiligen Stätten König Salman Bin Abdulaziz Al Saud, den Thron.
Quellen
King Abdullah Bin Abdulaziz Al Saud Biography Documentation Center
Saudi Press Agency (offizielle Nachrichtenagentur des Königreichs Saudi-Arabien).
König-Abd-al-Aziz-Stiftung für Forschung und Archive (Darah)